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Haithabu

 


 

 

 


 

Haithabu war eine bedeutende Wikingersiedlung in der Nähe des heutigen Schleswig. In seinen Glanzzeiten war Haithabu eine bedeutende Handelsstadt der Wikinger gewesen, es gab sogar eine eigene Münzprägung. Von hier aus fanden viele Handelsfahrten ihren Anfang, zum Beispiel nach Osteuropa. Bedeutend war es auch wegen der Verbindung Hollingstedt - Haithabu, wo man über einen schmalen Landrücken von der Treene in die Schlei, also von der Nordsee zur Ostsee, gelangen konnte. Natürlich spielte auch die Zentrale Lage in Europa eine große Rolle.

 

 

 

Historische Übersicht

 

 

 

 

804    Erste urkundliche Nennung Sliestorps, der Vorgängersiedlung Haithabu

 

849    König Horich gestattet den Bau einer Kirche in Haithabu und stellt es jedem Einwohner frei, ein Christ zu sein, um die Beziehung zu den feindlichen Franken zu verbessern.

 

um 900    Beginn der Schwedenherrschaft in Süddänemark und Haithabu

 

 934    Eroberung Haithabus durch König Heinrich I.

 

936    Ende der schwedischen Macht in Haithabu

 

um 950    Besuch des arabischen Kaufmanns At - Tartuschi aus Cordova in Haithabu

 

974    Angriff Ottos II. auf Haithabu und Dänemark, Haithabu wurde staatsrechtlich zu Reich der Sachsenkaiser angegliedert

 

983    Rückeroberung Haithabus zu Dänemark durch König Sven Gabelbart

 

983 Belagerung Haithabus

 

1050    Überfall Harald Haarderaades auf Haithabu

 

1066    Plünderung Haithabus durch die Wenden

 

 

 

 

Archäologisches

 

 


In und um Haithabu herum gibt es ungefähr zehntausend Bestattungen, von denen ca. 2000 aufgedeckt wurden. Das bedeutendste ist das sogenannte Bootkammergrab, was in der Form bisher einzigartig ist. Es ist das bisher einzige Grab, bei dem sich die Grabkammer unter einem umgedrehten Schiff befindet. Die Grabkammer ist ca. 3,40 * 2,40 Meter groß und in zwei Hälften unterteilt. Es wurden 2 oder 3 Männer dort begraben, mit sehr kostbaren Beigaben. Unter anderem fand man 3 Schwerter, Reste mehrerer Schilde, Pfeile, Zaumzeug, Sporen, Glasbecher, eine Bronzeschale und einen eisenbeschlagenen Holzeimer. Am Rand der Kammer  wurden in einer Grube 3 Pferde als Beigabe begraben. Über der Grabkammer befand sich wie gesagt kieloben ein kleiner seegängiger Frachter, der auf Steinen aufgebahrt wurde. Dieses Schiff war ca. 15 bis 18 Meter lang und wird auf das 9, Jahrhundert datiert. Des weiteren sind insgesamt drei Runensteine gefunden worden, von denen der Erikstein der bedeutendste war. Außerdem fanden Unterwasserarchäologen 1953 im Hafen von Haithabu ein Schiff aus der späten Wikingerzeit.

 

 

 

 

über die Siedlung

 

 

 

Der älteste Teil der Siedlung lag außerhalb des späteren halbrunden Walles, südlich davon, und entstand bereits Mitte des 8. Jahrhunderts. Zu beginn des 9. Jh. bildeten sich unabhängig von einander zwei weitere Siedlungskerne, einer zu Füßen der Hochburg, ein anderer an der Mündung des Baches. (siehe Karte zu Haithabu) Jedoch gingen die südlich e Siedlung und die zu Füßen der Hochburg wieder ein, diese an der Mündung des Baches jedoch entwickelte sich langsam, aber stetig weiter, so dass schließlich mitte des 10. Jh. die gesamte Fläche im Halbkreiswall belegt war. Selbst der Friedhof befand sich innerhalb des Walles. Dieser Wall wurde jedoch erst ca. 1 Jahrhundert nach der Besiedlung errichtet. Es war eine Arbeit, an der mehrere Generationen beteiligt waren. Als man einen Querschnitt durch den Wall machte, zählte man mindestens 9 Bauperioden. Insgesamt blieb der Wall die ganze Zeit über an seiner ursprünglichen Stelle, er wurde lediglich nach außen in Richtung des ihn umlaufenden Grabens vergrößert. Haithabu verfügte des weiteren über einen Hafen, der von zwei Sandzungen im wasser gebildet wurde, so dass eine künstliche Hafenanlage nicht notwendig war. Man errichtete lediglich eine mehrzellige Palisade zum Schutz und als Wellenbrecher. Zahlreiche Pflöcke, an denen die Schiffe festgebunden wurden, bezeugen, dass damals ganze Flottillen von Lastkähnen in Haithabu gelegen haben müssen. Insgesamt hatte Haithabu jedoch ein ländlich-rustikales Aussehen, das es nie ablegte. Die Häuser waren zwar hervorragende Zimmermannsarbeit, enthielten jedoch keine Spur von Komfort und Hygiene. Es gab Häuser in allen Größen, Doch selbst die Häuser der reicheren Bevölkerung bestand nur aus einem einzigen Raum, in dem es keine Fenster gab, lediglich eine Feuerstelle in der Mitte spendete Licht, der Rauch zog durch eine Dachluke ab. Die kleinen schmalen Türen führten hinaus zu einem kleinen Vorplatz, der durch einen Plankenzaun von der Straße abgegrenzt wurde. Diese Straße war ein 1,20m breiter, sorgfältig verlegter Holzplankenweg, der senkrecht zum begradigten Bach ausgerichtet war. Auch die übrigen Wege, Häuser und Zaunfluchten wurden auf den Bach hin ausgerichtet. Die Häuser der "Neustadt" waren kleine, ca. 3*4m große Behelfsbauten, während in der "Altstadt" bis zu 17,5*7m große Häuser anzutreffen waren. Hinter den Häusern befand sich meist ein Hof mit Ställen oder Schuppen und einem 80 cm breiten Holzröhrenbrunnen. Handwerklich war in Haithabu der Bronzeguss in hoher Blüte, es gab auch schönen Zinnschmuck, alles in einzigartiger Filigranarbeit. Etwas besonderes war auch der Glasofen, mit dem vor allem Glasperlen aus Zerbrochenen Glasgefäßen hergestellt wurden. Des weiteren gab es Knochen- und Geweihverarbeitung und eine geradezu gewerbliche Textilherstellung und Töpferei, wie man aus der Menge der gefundenen Webgewichte und Tongefäße feststellen konnte.